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Risiken des operativen Geschäfts

Die Geschäftstätigkeit von Fresenius ist weltweit einer Vielzahl von Risiken und umfassender staatlicher Regulierung ausgesetzt. Diese betreffen u. a. die folgenden Bereiche:

  • die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer und pharmazeutischer Produkte und Grundstoffe sowie Therapien;
  • den Betrieb von Kliniken, Labors und Produktionsanlagen;
  • den Bau und das Management von Einrichtungen des Gesundheitswesens;
  • den korrekten Ausweis und die Fakturierung von Erstattungen durch staatliche und private Krankenversicherer;
  • die Vergütung für medizinisches Personal sowie finanzielle Vereinbarungen mit Ärzten und Einrichtungen, die Überweisungen von Patienten veranlassen.

Sollte Fresenius gegen Gesetze oder Vorschriften verstoßen, kann dies vielfältige Rechtsfolgen nach sich ziehen: Straf- und Bußgelder, erhöhte Aufwendungen zur Erfüllung behördlicher Auflagen, der Ausschluss aus staatlichen Kostenerstattungsprogrammen oder die vollständige oder teilweise Untersagung der Geschäftstätigkeit u. a. könnten die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erheblich beeinträchtigen.

Für den Fresenius-Konzern wesentliche Risiken werden in den folgenden Abschnitten beschrieben:

Produktion, Produkte und Dienstleistungen

Die Einhaltung von Produktspezifikationen und Produktionsvorschriften stellen wir durch unsere Qualitätsmanagementsysteme sicher. Diese sind gemäß der international anerkannten Qualitätsnorm ISO 9001 strukturiert und berücksichtigen zahlreiche internationale und nationale Regularien. Wir setzen sie mithilfe von internen Richtlinien wie Qualitätshandbüchern und Verfahrensanweisungen um und überprüfen sie regelmäßig durch interne und externe Audits an Produktionsstandorten, in Vertriebsgesellschaften und Dialysekliniken. Dies betrifft die Einhaltung aller Anforderungen und Vorschriften von der Leitung und Verwaltung über die Produktherstellung und die klinischen Dienstleistungen bis hin zur Patientenzufriedenheit. Unsere Produktionsstätten erfüllen die „Good Manufacturing Practice“ ihrer jeweiligen Absatzmärkte. Sie werden von der FDA und anderen Behörden genehmigt und überwacht. Stellen diese Mängel fest bzw. kommt es zu Beanstandungen, wird das Unternehmen aufgefordert, diese umgehend zu beheben, so etwa im Rahmen der Inspektionen unserer US-Produktionsanlagen in Grand Island und Maricao oder in Kalyani, Indien.

Die Nichteinhaltung von Anforderungen der Aufsichtsbehörden in unseren Produktionsstätten oder bei unseren Lieferanten könnte regulatorische Maßnahmen zur Folge haben, u. a. Abmahnungen, Produktrückrufe, Produktionsunterbrechungen, Geldstrafen oder Verzögerungen bei der Zulassung neuer Produkte. Jede dieser Maßnahmen könnte unsere Fähigkeit beeinträchtigen, Umsatz zu generieren, und erhebliche Kosten verursachen.

Möglichen Risiken bei der Inbetriebnahme neuer Produktionsstätten oder neuer Technologien begegnen wir, indem wir Projekte sorgfältig planen und ihren Fortschritt regelmäßig analysieren und überprüfen. Die Produktionskapazitäten an einigen Standorten könnten z. B. beeinträchtigt werden durch technisches Versagen, Naturkatastrophen, regulatorische Rahmenbedingungen oder die Unterbrechung von Lieferungen, etwa bei Rohstoffen.

Ein weiteres Risiko besteht in mangelnder Qualität fremdbezogener Rohstoffe, Halbfertigprodukte und Bauteile. Dem begegnen wir im Wesentlichen mit präzisen Qualitätsanforderungen an unsere Lieferanten. Hierzu gehören ein strukturierter Qualifizierungsprozess, der Audits, Dokumenten- und Vorabmusterprüfungen umfasst, sowie regelmäßige Qualitätskontrollen der Anlieferungen. Wir beziehen ausschließlich qualitativ hochwertige Produkte, deren Sicherheit und Eignung erwiesen ist, von qualifizierten Lieferanten, die unseren Spezifikationen und Anforderungen entsprechen.

In unseren Krankenhäusern, Fachkliniken und Dialysekliniken erbringen wir medizinische Leistungen, die grundsätzlich Risiken unterliegen. So bergen z. B. Störungen im Prozessablauf Risiken für Patienten und die Klinik. Daneben bestehen Betriebsrisiken, etwa durch Hygienemängel. Diesen Risiken begegnen wir, indem wir Abläufe strukturiert organisieren, Mitarbeiter kontinuierlich schulen und unsere Arbeitsweise an den Bedürfnissen der Patienten ausrichten. Darüber hinaus arbeiten wir im Rahmen von Qualitätsmanagementsystemen kontinuierlich daran, die Behandlung der Patienten zu verbessern.

Weitere Risiken ergeben sich aus zunehmendem Preisdruck auf unsere Produkte. Im Beschaffungssektor entstehen mögliche Risiken hauptsächlich aus Preissteigerungen oder der mangelnden Verfügbarkeit von Rohstoffen und Gütern. Dem begegnen wir mit einer entsprechenden Auswahl und Kooperation mit unseren Lieferanten, mit längerfristigen Rahmenverträgen in bestimmten Einkaufssegmenten sowie mit der Bündelung der zu beschaffenden Mengen im Konzern.

Im Rahmen des Medicare-Pauschalvergütungssystems ist die Erstattung für Erythropoietin-stimulierende Substanzen (ESA) im gebündelten Erstattungssatz enthalten. Eine Lieferunterbrechung, ein wesentlicher Anstieg in der Verwendung oder bei den Anschaffungskosten von ESA könnten Umsatz und Ergebnis maßgeblich beeinträchtigen.

Ein verschärfter Wettbewerb könnte sich nachteilig auf die Preisgestaltung und den Verkauf unserer Produkte und Dienstleistungen auswirken. Die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen oder die Entwicklung überlegener Technologien durch Wettbewerber könnten unsere Produkte und Dienstleistungen weniger wettbewerbsfähig oder gar überflüssig machen und damit ihren Absatz, die Preise der Produkte und den Umfang der Dienstleistungen wesentlich nachteilig beeinflussen. Dies trifft auch auf die Einführung von Generika oder patentierten Medikamenten durch Wettbewerber zu, was Auswirkungen auf den Arzneimittelumsatz und -vertrieb von Fresenius Medical Care haben könnte, weil für die Arzneimittel zum Teil jährliche Mindestlizenzzahlungen zu leisten sind.

Insgesamt ist der Gesundheitssektor durch Preisdruck, Wettbewerb und Kosteneinsparungen gekennzeichnet. Dies könnte geringere Umsätze zur Folge haben und sich nachteilig auf unser Geschäft, unsere Finanz- und Ertragslage auswirken.

Risiken, die mit dem Projektgeschäft der Fresenius Vamed verbunden sind, begegnen wir mit professioneller Projektsteuerung, kompetentem Projektmanagement und einem ausgereiften, der jeweiligen Geschäftstätigkeit angepassten System zur Erkennung, Bewertung und Minimierung dieser Risiken. Dies umfasst zum einen organisatorische Maßnahmen:

So gelten schon bei der Erstellung eines Angebots Standards für die Risikokalkulation; noch vor Auftragsannahme werden Risiken eingeschätzt und anschließend im Rahmen des Projektcontrollings fortlaufend aktualisiert. Zum anderen besteht das System aus finanztechnischen Maßnahmen wie Bonitätsprüfungen, Sicherungen durch Vorauszahlungen, Akkreditiven und besicherten Krediten.

Unsere Geschäftstätigkeit unterliegt strengen staatlichen Regulierungen und Kontrollen. Wir müssen Vorschriften und Auflagen zur Sicherheit und Wirksamkeit medizinischer Produkte und Dienstleistungen einhalten. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die strikte Umsetzung unserer Compliance-Programme und Richtlinien. Sie helfen uns, den eigenen Erwartungen wie auch denen unserer Partner zu entsprechen und unsere Geschäftsaktivitäten an anerkannten Standards sowie lokalen Gesetzen und Verordnungen auszurichten.

Verantwortlich für Entwicklung und Umsetzung dieser Richtlinien und Vorgehensweisen ist der Chief Compliance Officer (Vorstand Recht, Compliance und Personal), dem die Stabsstelle Compliance unterstellt ist. Außerdem verfügt jeder Unternehmensbereich über einen eigenen Compliance Officer. Dieser wird je nach Organisations- und Geschäftsstruktur durch weitere Compliance-Beauftragte unterstützt. Die Mitarbeiter der Corporate-Compliance-Abteilungen unterstützen die Compliance-Beauftragten der Unternehmensbereiche, Regionen und Länder.

Mit unseren Compliance-Programmen setzen wir verbindliche Vorgaben für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir gehen davon aus, dass wir ausreichend Vorsorge dafür getroffen haben, dass die nationalen und internationalen Regeln beachtet und eingehalten werden.

Staatliche Erstattungszahlungen

Die Geschäftstätigkeit von Fresenius unterliegt in nahezu allen Ländern umfassenden staatlichen Regulierungen. Davon sind wir insbesondere in den USA und in Deutschland betroffen. Darüber hinaus hat Fresenius weitere allgemein anwendbare Rechtsvorschriften zu beachten, die sich von Land zu Land unterscheiden. Sollte Fresenius gegen diese Gesetze oder Vorschriften verstoßen, kann dies vielfältige Rechtsfolgen nach sich ziehen.

Der Fresenius-Konzern generiert einen wesentlichen Teil seines Umsatzes mit staatlichen Erstattungen, z. B. für Dialysedienstleistungen. So erzielte Fresenius Medical Care im Jahr 2013 rund 32 % des Umsatzes durch Erstattungen der staatlichen Gesundheitsversorgungsprogramme Centers of Medicare and Medicaid Services (CMS) in den USA.

Zum 1. Januar 2011 hat die Medicare in den USA ein neues Pauschalvergütungssystem (PVS) für die Dialyse eingeführt. Dieses hat zu einer Ausweitung des Umfangs der in der gebündelten Erstattungsrate enthaltenen Produkte und Dienstleistungen und zu einer niedrigeren Erstattung pro Behandlung geführt im Vergleich zum System, das bis 31. Dezember 2010 galt. Es wird erwartet, dass Medikamente zur Behandlung terminaler Niereninsuffizienz, die nur in oraler Darreichungsform vorliegen, im Rahmen des PVS ab Januar 2016 mit einem angepassten Vergütungsbetrag erstattet werden. Dieser wird vom Gesundheitsministerium unter Berücksichtigung der zusätzlichen Kosten festgelegt, die in den Dialysekliniken für die Verabreichung dieser Medikamente anfallen.

Der PVS-Erstattungsbetrag wird jährlich angepasst. Grundlage dafür ist der Anstieg der Kosten eines „Warenkorbs“ bestimmter Produkte und Dienstleistungen für die medizinische Versorgung abzüglich eines Produktivitätsfaktors. Für das Jahr 2014 wurde der Basiserstattungssatz um 2,8 % erhöht.

Zudem unterliegt der Erstattungsbetrag einem Qualitätsanreizprogramm (QAP). Für Dialysekliniken, die festgelegte Qualitätsstandards nicht erreichen, werden die Erstattungen um bis zu 2 % gekürzt. In den Vorschriften vom November 2011 haben die CMS die Qualitätsmaßstäbe für das Jahr 2013 festgelegt, bei denen der Fokus wiederum auf den Bereichen Anämiemanagement und Hämodialyseadäquanz liegt. Für das Jahr 2014 wurden vier weitere Maßstäbe beschlossen: (i) vorwiegende Verbreitung von Kathetern und arteriovenösen Fisteln, (ii) Berichterstattung über Infektionen an die Centers for Disease Control and Prevention, (iii) Durchführung von Patientenzufriedenheitsumfragen und (iv) monatliche Überwachung von Phosphor- und Kalziumwerten. Für die Jahre 2015 und 2016 werden die Qualitätsmaßstäbe nochmals erweitert. Sollte es Fresenius Medical Care in größerem Ausmaß nicht gelingen, die Mindestanforderungen des Qualitätsanreizprogramms zu erfüllen, könnte dies wesentliche negative Auswirkungen auf unser Geschäft, die Finanzlage und das Betriebsergebnis haben.

Aufgrund des „American Taxpayer Relief Act of 2012“, das am 3. Januar 2013 erlassen wurde, sind die CMS gesetzlich verpflichtet, den PVS-Erstattungssatz mit Wirkung vom 1. Januar 2014 zu senken, um Änderungen bei der Verwendung bestimmter Medikamente und Biopharmazeutika zu berücksichtigen, die im PVS enthalten sind. Am 22. November 2013 haben die CMS eine Regelung über die künftige Ausgestaltung des PVS-Erstattungssatzes veröffentlicht. Die CMS haben sich dazu entschlossen, die festgelegte Senkung des PVS-Erstattungssatzes (Senkung um 29,93 US$) auf einen Zeitraum von drei bis vier Jahren (2014 bis 2017) zu verteilen. Für die im Jahr 2014 geltenden PVS-Erstattungssätze wird von keinen wesentlichen Abweichungen im Vergleich zum Jahr 2013 ausgegangen.

Fresenius Medical Care hat die Auswirkungen des PVS und der weiteren vorstehend aufgeführten Gesetzesinitiativen mit zwei umfassenden Maßnahmen begrenzt. Erstens arbeitet Fresenius Medical Care mit Klinikleitungen und behandelnden Ärzten im Sinne des QAP sowie guter klinischer Praxis an Änderungen der Abläufe bei der Behandlung der Patienten und verhandelt über Kosteneinsparungen beim Arzneimittelkauf. Des Weiteren führt Fresenius Medical Care mit dem Ziel, Effizienzsteigerungen und verbesserte Patientenbehandlungserfolge zu erreichen, neue Initiativen ein, um die Patientenversorgung bei Dialysebeginn zu verbessern, den Anteil der Heimdialysepatienten zu steigern und weitere Kosteneinsparungen in den Kliniken zu generieren.

Am 4. Februar 2013 kündigten die CMS Pläne an, ein neues umfassendes Modell zur Behandlung terminaler Niereninsuffizienz zu testen, und forderten zur Beantragung der Teilnahme auf. Wie derzeit vorgeschlagen werden die CMS mit bis zu 15 Gesundheitsdienstleistungskonzernen, sogenannten Organisationen zur lückenlosen Versorgung für terminale Niereninsuffizienz (OLV), zusammenarbeiten, um ein neues Zahlungs- und Behandlungssystem zu testen. Ziel ist es, die Gesundheit der Patienten zu verbessern und gleichzeitig die Kosten der CMS zu senken. OLV, die die Mindestqualität des Programms erreichen und Senkungen der Behandlungskosten der CMS oberhalb bestimmter Schwellenwerte für ihre Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz generieren, werden einen Anteil der Kosteneinsparungen erhalten. Von OLV, die Dialyseketten mit mehr als 200 Kliniken einbeziehen, wird gefordert, dass sie das Risiko von Kostensteigerungen teilen und CMS einen Teil solcher Steigerungen erstatten. Die Anträge müssen von den CMS genehmigt werden. Fresenius Medical Care hat im August 2013 einen Antrag für die Teilnahme an dem Programm gestellt.

Änderungen der Gesetzgebung bzw. der Erstattungspraxis könnten den Umfang der Erstattungen für Dienstleistungen, den Umfang des Versicherungsschutzes und das Produktgeschäft beeinflussen. Dies könnte erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit sowie auf unsere Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben.

Forschung und Entwicklung

Bei der Entwicklung neuer Produkte und Therapien besteht grundsätzlich das Risiko, dass Ziele nicht oder verspätet erreicht werden. Bis zur Zulassung eines Produkts sind kostenintensive und umfangreiche präklinische Prüfungen und klinische Studien notwendig. Es besteht auch das Risiko, dass Behörden eine Zulassung nicht oder nur verzögert erteilen. Zudem besteht die Gefahr, dass mögliche Nebenwirkungen eines Produkts erst nach dessen Zulassung bzw. Registrierung entdeckt werden, sodass es ganz oder teilweise vom Markt genommen werden muss. Eine solche Rücknahme kann freiwillig erfolgen oder auch durch rechtliche oder behördliche Schritte begründet sein. Da wir Produkte für unterschiedliche Produktsegmente entwickeln, sind diese Risiken im Fresenius-Konzern breit gestreut. Wir begegnen ihnen, indem wir Entwicklungstrends kontinuierlich analysieren und evaluieren sowie die Projektfortschritte überprüfen. Zugleich überwachen wir die strikte Einhaltung gesetzlicher Vorgaben für die klinische und chemisch-pharmazeutische Forschung und Entwicklung. Bei I.V.-Arzneimitteln ist es darüber hinaus entscheidend, dass rechtzeitig und stetig neue Produkte eingeführt werden. Daher überwachen wir die Entwicklung dieser Produkte anhand detaillierter Projektpläne und orientieren uns strikt an Erfolgsfristen. So können wir Gegenmaßnahmen ergreifen, falls wir die geplanten Ziele infrage stellen müssen.

Risiken aus Akquisitionen

Die Übernahme und Integration von Unternehmen birgt Risiken, die sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Fresenius auswirken können. Die Strukturen eines erworbenen Unternehmens müssen integriert, rechtliche und vertragliche Fragen gelöst, das Marketing, der Service für Patienten sowie logistische Abläufe vereinheitlicht werden. Dabei besteht das Risiko, wesentliche Führungskräfte zu verlieren. Auch der Geschäftsablauf sowie die Geschäftsbeziehungen zu Kunden und Mitarbeitern könnten in Mitleidenschaft gezogen oder Change-of-Control-Klauseln in Anspruch genommen werden. Der Integrationsprozess erweist sich möglicherweise als schwieriger oder kostet mehr Zeit und Mittel als erwartet. In der Geschäftstätigkeit neu erworbener Gesellschaften könnten Risiken auftreten, die Fresenius nicht erkannt oder als nicht wesentlich erachtet hat. Vorteile, die Fresenius sich von dem Erwerb versprochen hat, treffen möglicherweise nicht oder nicht im erwarteten Maße ein. Künftige Akquisitionen könnten eine Herausforderung für die Finanzierung und das Management unseres Geschäfts darstellen. Ferner kann der Erwerb von Unternehmen zur Folge haben, dass Fresenius gegenüber Dritten direkt oder mittelbar in Haftung genommen wird oder Ansprüche gegenüber Dritten sich als nicht durchsetzbar erweisen.

Risiken aus Akquisitionen begegnen wir mit detaillierten Integrationsplänen sowie mit einem dezidierten Integrations- und Projektmanagement. So können wir bei Abweichungen von der erwarteten Entwicklung frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

Personalrisiken

Dem potenziellen Mangel an qualifiziertem Personal wirkt Fresenius extern durch geeignete Maßnahmen im Personalmarketing entgegen und intern durch umfangreiche Personalentwicklungsprogramme. Wir stärken die Bindung an unser Unternehmen, indem wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern attraktive Sozialleistungen, zum Teil Erfolgsbeteiligungsprogramme oder in verschiedenen Bereichen die Einrichtung von Langzeitkonten anbieten. Dem generellen Mangel an Klinikfachpersonal begegnen wir mit zielgruppenspezifischen Maßnahmen. So gewinnen wir qualifiziertes und motiviertes Fachpersonal und sichern den hohen Qualitätsstandard in der Behandlung. Gleichzeitig qualifizieren wir junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und binden sie an das Unternehmen. Aufgrund all dieser Maßnahmen stufen wir die Risiken im Bereich Personalmarketing als nicht wesentlich ein.

Finanzrisiken

Aus unserer internationalen Ausrichtung ergeben sich vielfältige Fremdwährungsrisiken. Die Finanzierung der Geschäftstätigkeit setzt uns darüber hinaus verschiedenen Zinsänderungsrisiken aus. Um diese Risiken zu begrenzen, setzen wir u. a. derivative Finanzinstrumente ein. Wir beschränken uns auf marktgängige, außerbörslich gehandelte Instrumente und nutzen sie ausschließlich zur Sicherung von Grundgeschäften, nicht aber zu Handels- oder Spekulationszwecken. Alle Transaktionen erfolgen über Banken mit hohem Rating.

Unser Währungsmanagement basiert auf einer vom Vorstand verabschiedeten Richtlinie. Sie legt Ziele, Organisation und Ablauf der Risikomanagementprozesse fest. Insbesondere definiert sie, wer für die Ermittlung von Risiken, den Abschluss von Sicherungsgeschäften und die regelmäßige Berichterstattung über das Risikomanagement verantwortlich ist. Die Verantwortlichkeiten entsprechen den Entscheidungsstrukturen in den übrigen Geschäftsprozessen des Konzerns. Entscheidungen über den Einsatz derivativer Finanzinstrumente im Zinsmanagement fallen grundsätzlich in enger Abstimmung mit dem Vorstand. Bis auf vereinzelte devisenrechtlich bedingte Ausnahmen werden die Geschäfte mit derivativen Finanzinstrumenten unter Kontrolle der zentralen Treasury-Abteilung des Fresenius-Konzerns getätigt. Sie unterliegen strenger interner Aufsicht. So ist sichergestellt, dass der Vorstand über alle wesentlichen Risiken und über die bestehenden Sicherungsgeschäfte stets umfassend informiert ist.

Grundsätzlich ist Fresenius gegen Währungs- und Zinsrisiken in hohem Maße gesichert: Von den Finanzverbindlichkeiten des Konzerns zum 31. Dezember 2013 sind rund 61 % durch Festsatzfinanzierungen bzw. durch Zinssicherungen gegen einen Zinsanstieg geschützt. Somit unterliegen rund 39 % bzw. 4.935 Mio € einem Zinsänderungsrisiko. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt: Wenn die für Fresenius relevanten Referenzzinsen um 0,5 % steigen, beeinflusst dies das Konzernergebnis um weniger als 1,5 %. Bei der Ermittlung des Zinsänderungsrisikos wurden die Anleiheemissionen vom Januar und Februar 2014 berücksichtigt.

Fresenius unterliegt als weltweit tätiger Konzern in hohem Maße Währungsumrechnungseffekten aufgrund sich ändernder Währungsrelationen. Angesichts des starken US-Geschäfts spielt dabei das Verhältnis zwischen US-Dollar und Euro eine besondere Rolle. Währungsumrechnungsrisiken werden nicht gesichert. Eine Sensitivitätsanalyse zeigt, dass eine Veränderung des US-Dollar zum Euro von 1 Cent einen jährlichen Effekt von etwa 65 Mio € auf den Konzernumsatz und von rund 3 Mio € auf das Konzernergebnis hätte.

Als global agierendes Unternehmen verfügen wir über Produktionskapazitäten in allen wesentlichen Währungsräumen. In den Servicegeschäften decken sich unsere Umsatz- und unsere Kostenbasis in hohem Maße. Mit einem Cashflow-at-Risk-Modell schätzen wir die Transaktionsrisiken in fremder Währung ab und quantifizieren sie. Diese Analyse basiert dabei auf den mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Fremdwährungszahlungsströmen der nächsten zwölf Monate abzüglich der erfolgten Absicherungen. Zum 31. Dezember 2013 beträgt der Cashflow-at-Risk des Fresenius-Konzerns 56 Mio €, d. h. mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % wird ein möglicher Verlust aus den Fremdwährungszahlungsströmen der nächsten zwölf Monate nicht höher als 56 Mio € ausfallen. Weitere Informationen zu den Finanzrisiken sind im Konzern-Anhang enthalten.

Finanzwirtschaftliche Risiken, die aus Akquisitionen und Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte resultieren könnten, prüfen wir unter Einbeziehung externer Berater sorgfältig und detailliert. Ferner stellen wir in jährlichen Impairment-Tests die Werthaltigkeit der in der Konzernbilanz enthaltenen Firmenwerte sowie der sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer fest. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Konzern-Anhang.

Um das Risiko von Zahlungsverzögerungen bzw. -ausfällen zu begrenzen, bewerten wir in der Regel die Kreditwürdigkeit von Neukunden. Zudem führen wir kontinuierlich Nachfolgebewertungen und Prüfungen der Kreditlimits durch. Wir überwachen Außenstände bestehender Kunden und bewerten das Ausfallrisiko der Forderungen. Dies gilt insbesondere in Ländern mit Haushaltsproblemen. Durch Maßnahmen wie z. B. Factoring oder Verkauf über Distributoren haben wir auch im Jahr 2013 an unserem Forderungsbestand gearbeitet.

Als weltweit tätiger Konzern unterliegt Fresenius zahlreichen steuerlichen Gesetzen und Regelungen. In den Gesellschaften des Fresenius-Konzerns finden regelmäßige steuerliche Betriebsprüfungen statt. Änderungen bei den steuerlichen Regelungen und Anpassungen, die sich aus den Betriebsprüfungen ergeben, können zu höheren Steuerzahlungen führen. Informationen zum Stand der steuerlichen Betriebsprüfungen finden Sie im Konzern-Anhang.

Zum 31. Dezember 2013 betrugen die Finanzverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns 12.804 Mio €. Die Verschuldung könnte die Fähigkeit zur Zahlung von Dividenden, die Refinanzierung und die Einhaltung von Kreditklauseln oder die Umsetzung der Geschäftsstrategie beeinträchtigen. Im Falle einer anhaltend schwierigen Lage auf den Finanzmärkten könnten sich Finanzierungsrisiken für Fresenius ergeben. Diese Risiken reduzieren wir durch einen hohen Anteil an mittel- und langfristigen Finanzierungen mit einem ausgewogenen Fälligkeitsprofil. Ferner enthalten unsere Finanzierungsvereinbarungen Auflagen, die uns zur Einhaltung bestimmter finanzieller Kennzahlen sowie weiterer finanzieller Kriterien verpflichten. Die Nichteinhaltung dieser Auflagen könnte zu einer Verpflichtung zur vorzeitigen Rückzahlung der Finanzverbindlichkeiten führen.

Über Konditionen und Fälligkeiten informieren wir im Konzern-Anhang sowie im Lagebericht.

Rechtsrisiken

Risiken, die sich im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten ergeben, werden innerhalb des Unternehmens fortlaufend identifiziert, bewertet und kommuniziert. Unternehmen in der Gesundheitsbranche sind regelmäßig Klagen wegen Sorgfaltspflichtverletzungen, Produkthaftung, Verletzung ihrer Gewährleistungspflichten, Patentverletzungen, Behandlungsfehlern und anderen Ansprüchen ausgesetzt. Diese können hohe Schadenersatzforderungen und erhebliche Kosten für die Rechtsverteidigung mit sich bringen, unabhängig davon, ob letztlich ein Schadenersatzanspruch besteht. Klageverfahren können ferner dazu führen, dass sich Risiken dieser Art zukünftig nicht mehr zu angemessenen Bedingungen versichern lassen. Produkte aus der Gesundheitsbranche können zudem Rückrufaktionen unterliegen, die sich nachteilig auf die Finanz- und Ertragslage auswirken könnten.

Angaben zu rechtlichen Verfahren und einer laufenden internen Compliance-Untersuchung bei Fresenius Medical Care finden Sie im Konzern-Anhang.

Darüber hinaus ist der Fresenius-Konzern in verschiedene Rechtsstreitigkeiten involviert, die sich aus seiner Geschäftstätigkeit ergeben. Obwohl sich deren Ausgang nicht vorhersagen lässt, erwarten wir aus den derzeit anhängigen Verfahren keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Sonstige Risiken

Risiken sonstiger Art, z. B. Umweltrisiken, Risiken aus Steuerungs- und Controllingsystemen oder im Bereich unserer Informationstechnologiesysteme, stufen wir als nicht wesentlich ein. So begegnet Fresenius Risiken im Bereich der Informationstechnologie mit Sicherungsmaßnahmen, Kontrollen und Prüfungen. Zudem investieren wir kontinuierlich in Hard- und Software und verbessern stetig unser System-Know-how. Dazu kommt ein detaillierter Notfallplan, den wir laufend verbessern und testen. Wesentliche IT-Systeme oder Kommunikationsinfrastrukturen halten wir redundant vor. Um organisatorische Risiken, wie Manipulationen oder unzulässige Zugriffe, zu minimieren, haben wir einen Zugriffsschutz durch Passwörter eingerichtet. Darüber hinaus sind Unternehmensrichtlinien zu beachten, die auch die Berechtigungsvergaberegeln und deren Einhaltung wir kontrollieren. Daneben führen wir operative und sicherheitsbezogene Prüfungen durch.

Risiken mit Auswirkungen auf den 1-Jahres-Prognosezeitraum

Wesentliche Risiken, die innerhalb des einjährigen Prognosezeitraums zu Abweichungen von der erwarteten Unternehmensentwicklung führen können, zeigt die Übersicht:

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