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Gesundheitssektor und Märkte

Der Gesundheitssektor gilt als weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Die Nachfrage insbesondere nach lebensrettenden und lebenserhaltenden Produkten und Dienstleistungen wird aufgrund ihrer medizinischen Notwendigkeit und der Alterung der Gesellschaft weiter steigen. Darüber hinaus dürften der medizinische Fortschritt und die große Zahl schwer oder nicht heilbarer Erkrankungen zu weiterem Wachstum beitragen.

In den Schwellenländern steigt der Bedarf an einer breiteren medizinischen Basisversorgung ebenso wie die Nachfrage nach hochwertigen Therapien. Dazu kommt: Je höher das Pro-Kopf-Einkommen und damit die Ansprüche an einen modernen Lebensstil steigen, desto häufiger treten Zivilisationskrankheiten auf.

Andererseits wird erwartet, dass staatliche Finanzierungsengpässe einen höheren Preisdruck erzeugen und so das Umsatzwachstum der im Gesundheitsmarkt tätigen Unternehmen verringern könnten. In einigen Ländern führt die angespannte Haushaltslage zu erheblichen Finanzierungsproblemen im Bereich der Gesundheitsversorgung. Insbesondere in den Industrieländern ist ein zunehmender Spardruck zu erwarten, da die Gesundheitsausgaben einen hohen Anteil an ihren Staatshaushalten ausmachen.

In den USA wird ab dem Jahr 2014 eine Grundversicherung zur Pflicht. Größere Unternehmen müssen ihren Arbeitnehmern eine Krankenversicherung anbieten, während kleine Unternehmen und einkommensschwache Haushalte eine staatliche Beihilfe zum Abschluss einer Krankenversicherung erhalten. Rund 46 Millionen Menschen ohne Krankenversicherungsschutz und somit etwa 15 % der Bevölkerung sollen schrittweise Zugang zu einer Krankenversicherung erhalten.

Branchenbeobachter erwarten, dass sich der Gesundheitssektor in nächster Zeit, trotz aller Herausforderungen, insgesamt vergleichsweise solide entwickeln wird.

Für Unternehmen im Gesundheitssektor wird es eine immer wichtigere Rolle spielen, den Nutzen für die Patienten zu erhöhen, die Behandlungsqualität zu verbessern und Präventionsmaßnahmen anzubieten.

Quelle:Eigene Erhebung; Deutscher Bundestag, Wissenschaftliche Dienste, Gesundheitsreform in den USA, Juni 2010; Website des Weißen Hauses (www.whitehouse.gov)


DER DIALYSEMARKT

Wir erwarten, dass im Jahr 2014 die Zahl der Dialysepatienten weltweit um etwa 6 % zunehmen wird. Die zum Teil erheblichen regionalen Unterschiede dürften bestehen bleiben: Angesichts der bereits relativ hohen Prävalenz in den USA, Japan sowie Mittel- und Westeuropa rechnen wir dort mit einem Anstieg der Patientenzahlen um etwa 2 bis 4 %. In ökonomisch schwächeren Regionen liegen die Zuwachsraten noch deutlich höher – bei bis zu 10 % –, in einzelnen Ländern sogar darüber.

Nicht zuletzt tragen demografische Faktoren dazu bei, dass die Dialysemärkte weiter wachsen, etwa die alternde Gesellschaft und die steigende Zahl von Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck. Dies sind Erkrankungen, die dem terminalen Nierenversagen häufig vorausgehen. Zudem steigt die Lebenserwartung von Dialysepatienten, da sich die Behandlungsqualität und der Lebensstandard, auch in den Entwicklungsländern, stetig verbessert.

Wir erwarten, dass in Zukunft ein höherer Anteil der Dialysepatienten in Asien, Lateinamerika, Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika behandelt werden. Die Tatsache, dass mehr als 80 % der Weltbevölkerung in diesen Regionen lebt, verdeutlicht das große Potenzial für das gesamte Spektrum der Dialysebehandlung und -produkte.

Das Volumen des globalen Dialysemarktes sollte nach unseren Erwartungen jährlich um etwa 4 % wachsen, unveränderte Wechselkursrelationen vorausgesetzt. Damit könnte sich der Gesamtmarkt für das Jahr 2014 auf etwa 78 Mrd US$ belaufen.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Lagebericht.

DER MARKT FÜR INFUSIONS- UND ERNÄHRUNGSTHERAPIEN, GENERISCHE I.V.-ARZNEIMITTEL UND MEDIZINTECHNISCHE PRODUKTE SOWIE TRANSFUSIONSTECHNOLOGIE

Der Markt für Infusionstherapien sollte in den kommenden Jahren in Europa um rund 1 bis 2 % wachsen. Für den Markt der klinischen Ernährung erwarten wir hier ein Wachstum um rund 3 %. Allerdings setzen sich Bestrebungen zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen angesichts der Finanzsituation der Länder unvermindert fort. Erhebliche Wachstumspotenziale eröffnen uns nach wie vor die Regionen Asien-Pazifik, Lateinamerika und Afrika. Dort rechnen wir mit einem Marktwachstum von bis zu 10% und mehr.

Angesichts der finanziellen Herausforderungen im Gesundheitswesen erwarten wir, dass kostengünstige Generika künftig noch häufiger als bisher eingesetzt werden, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen. Bei generischen I.V.-Arzneimitteln wird die Wachstumsdynamik auch weiterhin durch den Ablauf des Patentschutzes von Originalpräparaten getrieben. Gegenläufig wirkt sich aus, dass die Preise für bereits im Markt befindliche Produkte zurückgehen. Wir gehen davon aus, dass der Markt für generische I.V.-Arzneimittel in Europa und in den USA im Jahr 2014 um rund 3 bis 5 % wachsen wird.

Der Markt für medizintechnische Produkte, die verwendet werden, um Infusionstherapien, I.V.-Arzneimittel und klinische Ernährung zu verabreichen, dürfte im Jahr 2014 weltweit um rund 3 % wachsen.

Bei der Transfusionstechnologie liegt das weltweite Marktwachstum der einzelnen Segmente zwischen 1 und 4 %.

DER DEUTSCHE KRANKENHAUSMARKT

Für die jährliche Bewertung der Kostenerstattungssätze ist ab dem Jahr 2014 der sogenannte Veränderungswert maßgebend. Dieser wird entweder durch die Veränderungsrate oder, wenn höher, durch den Kostenorientierungswert bestimmt. Die Veränderungsrate gibt wieder, wie sich die beitragspflichtigen Einnahmen aller gesetzlich Versicherten entwickelt haben, und wird vom Bundesministerium für Gesundheit bekannt gegeben. Der Kostenorientierungswert, der vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wird, gibt an, wie sich die durchschnittlichen Krankenhauskosten pro Jahr prozentual verändert haben.

Für 2014 ist die Veränderungsrate maßgebend, da sie mit 2,81 % höher liegt als der Kostenorientierungswert von 2,02 %. Der Anstieg der Kostenerstattungssätze ist der höchste seit Einführung des DRG-Systems im Jahr 2003.

Hinsichtlich der Erstattung vereinbarter Mehrleistungen gehen wir von keinen signifikanten Veränderungen für das Jahr 2014 aus.

Bundestag und Bundesrat haben im Jahr 2013 beschlossen, die Krankenhäuser in Deutschland finanziell zu unterstützen. Insgesamt 1,1 Mrd € sind für die Jahre 2013 und 2014 bereitgestellt.

Die höheren Erlöse können voraussichtlich nicht alle erwarteten Kostensteigerungen in den Krankenhäusern abdecken – insbesondere nicht die Personalkosten, die aufgrund von Tariferhöhungen gestiegen sind. Der Kostendruck und die Notwendigkeit weiterer Einsparungen im Krankenhausbetrieb bleiben somit bestehen.

Da der Bedarf an Investitionen steigt und Fördermittel gleichzeitig reduziert werden, erhöht sich der Druck auf die Krankenhäuser, Rationalisierungspotenziale konsequent auszuschöpfen. Für Einrichtungen der öffentlichen Hand ist es eine besondere Herausforderung, Investitionen zu finanzieren. Der Grund dafür ist die weiterhin angespannte Finanzlage der Kommunen, die in der Vergangenheit häufig für Fehlbeträge aus dem laufenden Geschäftsbetrieb ihrer Krankenhäuser aufgekommen sind und deren Investitionen mitgetragen haben. Die finanziellen Möglichkeiten, defizitäre Krankenhäuser zu unterstützen und in öffentliche Gesundheitseinrichtungen zu investieren, bleiben eingeschränkt.

Daher fallen die Erwartungen der Krankenhäuser hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Lage für das Jahr 2014 eher pessimistisch aus. Nach der Umfrage „Krankenhaus Barometer 2013“ des Deutschen Krankenhaus Instituts rechnen nur 22 % der Häuser mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, fast 40 % gehen von einer Verschlechterung aus.

Grundsätzlich ist zu erwarten, dass der Marktanteil privater Krankenhäuser zulasten öffentlicher Einrichtungen zunimmt. Private Krankenhausketten und große Klinikverbünde können dem Druck zu mehr Wirtschaftlichkeit tendenziell besser begegnen als öffentliche Einrichtungen. Sie verfügen oft über mehr Erfahrung, was wirtschaftlich orientiertes Handeln betrifft, sowie über effizientere Strukturen und die Möglichkeit, Kostenvorteile im Einkauf zu erzielen. Wir gehen daher auch künftig von weiteren Privatisierungen und Konsolidierungen im deutschen Krankenhaussektor aus.

Entscheidende Erfolgskriterien für ein Krankenhaus sind neben effizienten Betriebsabläufen, einem attraktiven Behandlungsspektrum und qualifizierten Mitarbeitern vor allem eine hervorragende medizinische Qualität. HELIOS ist überzeugt, dass ein systematisches Qualitätsmanagement und eine Dokumentation der medizinischen Ergebnisqualität nicht nur als Marketinginstrumente dienen, sondern Teil des Krankenhausmanagements und somit auch der Vergütung werden sollten. Langfristig könnte die Einführung einer qualitätsabhängigen Vergütung (Pay for Performance) Krankenhäusern die Option eröffnen, Selektivverträge mit Krankenversicherungen zu schließen. Dank ihrer konsequenten Ausrichtung auf Qualität und Transparenz wäre die HELIOS Kliniken Gruppe darauf bestens vorbereitet.

Für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen gilt seit dem Jahr 2013 ein neues, pauschalisiertes Entgeltsystem (PEPP-Entgeltsystem 2013). Der neue Entgeltkatalog ist wesentlich differenzierter als das derzeitige Vergütungssystem und soll die Leistungen in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen transparenter machen. Die Verordnung sieht eine fünfjährige Konvergenzphase von 2017 bis 2021 vor. Die neue Verordnung wird für HELIOS bis einschließlich 2016 keine budgetrelevanten Auswirkungen haben. Das Unternehmen erbringt psychiatrische und psychosomatische Leistungen nur in geringem Umfang.

Angesichts des demografischen Wandels, der steigenden Lebensarbeitszeit und der wachsenden Zahl chronischer Krankheiten rechnen Experten damit, dass die medizinische Rehabilitation immer wichtiger wird. Wir erwarten zudem, dass wir durch die steigenden Fallzahlen im Akutbereich und durch eine kontinuierliche Optimierung unseres Überleitungsmanagements unsere Potenziale aus der Verbindung zwischen Akut- und Rehaversorgung besser nutzen und somit die Zahl der Fälle in unseren Rehabilitationskliniken erhöhen können.

DER MARKT FÜR PROJEKTE UND DIENSTLEISTUNGEN FÜR KRANKENHÄUSER UND ANDERE GESUNDHEITSEINRICHTUNGEN

In den etablierten Gesundheitsmärkten ist aufgrund der demografischen Entwicklung weiterhin mit einer zunehmenden Nachfrage nach Projekt- und Dienstleistungen für Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen zu rechnen. Gefragt sind vor allem Dienstleistungen, d. h. die Wartung und Instandhaltung der Medizin- und Krankenhaustechnik, das Facility-Management, die technische oder die Gesamtbetriebsführung sowie die Optimierung infrastruktureller Prozesse – insbesondere im Rahmen von Public-Private-Partnership-Modellen. Zusätzliche Wachstumschancen ergeben sich daraus, dass öffentliche Einrichtungen nichtmedizinische Leistungen zunehmend an private Dienstleister auslagern.

In den aufstrebenden Märkten steigt die Nachfrage nach einer effizienten und bedarfsgerechten medizinischen Versorgung. Der Aufbau der primären Versorgung ist weitgehend abgeschlossen. In vielen Märkten gilt es daher, die sekundäre Versorgung weiter auszubauen oder im Rahmen von „Centers of Excellence“ tertiäre Versorgungs- sowie Lehr- und Forschungsstrukturen zu schaffen.

Für das Jahr 2014 erwarten wir, dass unser Markt wachsen wird. In den etablierten Gesundheitsmärkten rechnen wir mit einem soliden Wachstum, in den aufstrebenden Märkten mit einer insgesamt dynamischen Entwicklung.

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