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Der deutsche Krankenhausmarkt

Im Jahr 2012 betrug das Gesamtvolumen der Krankenhausleistungen rund 84 Mrd €1. Davon entfallen etwa 61 % auf Personalkosten und 38 % auf Sachkosten. Personalkosten erhöhten sich um rund 5 % und Sachkosten um rund 3 %.

Im Jahr 2012 gab es in Deutschland 2.017 Krankenhäuser (2011: 2.045). Die Zahl der Betten verringerte sich auf 501.475 (2011: 502.029) und liegt mit 6,24 Betten je 1.000 Einwohner noch weit über dem OECD-Durchschnitt von 4,8 Betten (2011). Die Verweildauer eines Patienten in einer Akutklinik hat bundesweit im Jahr 2012 weiter abgenommen auf 7,6 Tage (2011: 7,7 Tage). Die Anzahl der Fälle ist hingegen gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist der demografische Wandel mit einer immer älter werdenden Bevölkerung. Im Jahr 2012 erhöhte sich die Zahl der Fälle um rund 276.000 auf 18,6 Millionen. Pro 1.000 Einwohner entspricht das 232 Fällen (2011: 229 Fälle). In den Jahren 2008 bis 2012 ist die Fallzahl in Deutschland um durchschnittlich 1,5 % p. a. gestiegen. Die Kosten je Fall haben sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 3,0 % p. a. erhöht.

Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser in Deutschland hat sich im Jahr 2012 deutlich verschärft. Dies ergab eine Umfrage des Deutschen Krankenhaus Instituts. Danach erwirtschafteten nur noch rund 43 % der Allgemeinkrankenhäuser einen Jahresüberschuss (2011: 55 %) und rund 7 % ein ausgeglichenes Ergebnis (2011: 14 %). Jedes zweite Krankenhaus (51 %) schrieb Verluste (2011: 31 %).

Die vielfach schwierige wirtschaftliche und finanzielle Situation der Kliniken geht einher mit einem enormen Investitionsbedarf. Der Investitionsstau ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen, da die Bundesländer ihrer gesetzlichen Verpflichtung, notwendige Investitionen und größere Instandhaltungsmaßnahmen zu finanzieren, nicht ausreichend nachkommen konnten. Gleichzeitig steigern medizinischer und technologischer Fortschritt, erhöhte Qualitätsanforderungen und notwendige Modernisierungen den Bedarf an Investitionen. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) schätzt die Investitionslücke in deutschen Kliniken auf rund 34 Mrd €.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich der Privatisierungstrend im deutschen Krankenhausmarkt im Jahr 2012 fortgesetzt: Die privaten Betreiber konnten ihren Anteil auf 18,0 % (2011: 17,3 %) erhöhen. Mit 47,9 % befand sich der größte Anteil der Krankenhausbetten jedoch weiterhin in öffentlicher Hand (2011: 48,4 %), wie die Grafik zeigt.

Quelle: Statistisches Bundesamt


Nach unseren Erhebungen lag das Umsatzvolumen aus Krankenhaustransaktionen im Jahr 2013 bei rund 318 Mio €.

Qualität wird immer mehr zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor im Krankenhausmarkt. Auch der Transparenz und Vergleichbarkeit von Behandlungsleistungen messen Patienten und Ärzte eine stetig wachsende Bedeutung zu. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Der Rehabilitationsklinikmarkt lag mit insgesamt 1.212 Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen im Jahr 2012 unter dem Niveau des Vorjahres (2011: 1.233). Die Bettenzahl war mit 168.968 ebenfalls rückläufig (2011: 170.544).

In privaten Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen befanden sich 65,8 % (2011: 66,4 %) aller aufgestellten Betten. Die Anzahl der Betten freigemeinnütziger und öffentlicher Träger lag bei 16,1 % (2011: 15,7 %) bzw. 18,1 % (2011: 18,0 %). Die Fallzahl stieg bundesweit um rund 39.000 auf 1,96 Millionen. Die durchschnittliche Verweildauer lag nahezu unverändert bei 25,5 Tagen.

KENNZAHLEN ZUR STATIONÄREN VERSORGUNG IN DEUTSCHLAND


20122011201020092008Veränderung
2012/2011
Krankenhäuser2.0172.0452.0642.0842.083- 1,4 %
Betten501.475502.029502.749503.341503.360- 0,1 %
Betten je 1.000 Einwohner6,246,266,156,156,13- 0,3 %
Verweildauer (Tage)7,67,77,98,08,1- 1,3 %
Fälle (Mio)18,6218,3418,0317,8217,521,5 %
Ø Kosten je Fall in €14.6634.5474.4324.3274.1462,6 %

20122011201020092008Veränderung
2012/2011
Krankenhäuser2.0172.0452.0642.0842.083- 1,4 %
Betten501.475502.029502.749503.341503.360- 0,1 %
Betten je 1.000 Einwohner6,246,266,156,156,13- 0,3 %
Verweildauer (Tage)7,67,77,98,08,1- 1,3 %
Fälle (Mio)18,6218,3418,0317,8217,521,5 %
Ø Kosten je Fall in €14.6634.5474.4324.3274.1462,6 %

Im deutschen Krankenhausmarkt ist Fresenius Helios der führende Betreiber. Wesentliche Wettbewerber sind die ebenfalls privaten Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum AG, Asklepios sowie die Sana Kliniken.

1 Bruttogesamtkosten der Krankenhäuser abzüglich wissenschaftliche Forschung und Lehre

Quellen: Statistisches Bundesamt; Deutsches Krankenhaus Institut, Krankenhaus Barometer 2013; OECD-Gesundheitsdaten 2013; Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI), Krankenhaus Rating Report 2013


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