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Der Dialysemarkt

Das Volumen des weltweiten Dialysemarktes schätzen wir für das Jahr 2013 auf rund 75 Mrd US$. Davon entfielen rund 81 % auf Dialysedienstleistungen (inklusive Dialysemedikamenten) und rund 19 % auf Dialyseprodukte. Aufgrund von Wechselkurseffekten ist das Marktvolumen – gemessen in US-Dollar – unverändert gegenüber dem Vorjahr. Währungsbereinigt stieg das Marktvolumen um 4 %.

Die Zahl der Dialysepatienten stieg weltweit um etwa 7 % auf rund 2,5 Millionen. Die regionale Aufteilung zeigt folgende Grafik:

Die Prävalenzrate, also die relative Zahl der wegen terminaler Niereninsuffizienz behandelten Menschen pro Million Einwohner (PME), fällt regional sehr unterschiedlich aus. Gerade in Entwicklungsländern kann sie bei weit unter 100 liegen. Im Durchschnitt liegt der Wert der Länder der Europäischen Union bei etwas mehr als 1.100. Sehr hohe Werte weisen beispielsweise Länder wie Japan und die USA auf. Hier liegen die Werte zum Teil deutlich über 2.000. Dies lässt sich zum einen erklären durch Unterschiede in der Altersstruktur und in den Risikofaktoren für Nierenerkrankungen, wie Diabetes und Bluthochdruck, sowie durch genetische Disposition und kulturelle Unterschiede, wie etwa in der Ernährung. Zum anderen ist der Zugang zu Dialysebehandlungen in vielen Ländern weiterhin begrenzt, sodass eine Vielzahl von Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz nicht behandelt wird und somit auch nicht in der Prävalenzrechnung erfasst ist.

Die USA, Japan sowie West- und Mitteleuropa verzeichneten im Jahr 2013 unterdurchschnittliche Zuwachsraten bei der Zahl der Patienten. In diesen Regionen ist die Prävalenz bereits relativ hoch und der Zugang zu einer entsprechenden Behandlung sichergestellt. In ökonomisch schwächeren Regionen dagegen sind die Wachstumsraten überdurchschnittlich.

Neben einem leichteren Zugang zur Dialyse und damit der genaueren Erfassung der Patienten führen jedoch auch weitere Faktoren zum Anstieg der weltweiten Prävalenz, etwa die zunehmende Verbreitung der nierenschädigenden Krankheiten Diabetes und Bluthochdruck sowie die Alterung der Weltbevölkerung durch den wachsenden medizinischen Fortschritt.

Im Januar 2011 wurde in unserem größten Absatzmarkt – den USA – ein neues Vergütungssystem für staatlich versicherte Dialysepatienten eingeführt. Produkte und Dienstleistungen, die bislang gemäß dem Basiserstattungssatz vergütet wurden, sowie separat erstattete Leistungen, wie die Verabreichung bestimmter Medikamente und die Durchführung diagnostischer Labortests, werden seither mit einem Pauschalsatz erstattet.

Dialysedienstleistungen

Von den rund 2,5 Millionen Dialysepatienten unterzogen sich im Jahr 2013 etwa 89 % der Hämodialyse. Rund 11 % haben sich für eine Peritonealdialyse entschieden. Die überwiegende Mehrheit der Patienten wurde in einer der weltweit rund 35.600 Dialysekliniken versorgt, von denen jede im Durchschnitt 70 Patienten betreut.

Je nachdem, ob die Gesundheitssysteme in den einzelnen Ländern eher staatlich oder privatwirtschaftlich organisiert sind, unterscheiden sich die Organisationsstrukturen erheblich: So werden in den USA die meisten der rund 6.100 Dialysekliniken privat und nur etwa 1 % staatlich betrieben. In der Europäischen Union hingegen werden rund 57 % der etwa 5.500 Dialysekliniken von der öffentlichen Hand geführt. In Japan spielen private Nephrologen eine wichtige Rolle. In den von ihnen betriebenen Dialysezentren werden etwa 80 % der Dialysepatienten versorgt.

Die Vergütungssysteme für die Dialysebehandlung unterscheiden sich von Land zu Land, oft variieren sie sogar innerhalb einzelner Länder. In den USA stellen die staatlichen Gesundheitsfürsorgeprogramme Centers for Medicare and Medicaid Services (CMS) für die überwiegende Mehrheit aller US-amerikanischen Dialysepatienten die medizinische Versorgung sicher.

Der Markt für Dialysedienstleistungen in den USA ist stark konsolidiert. Fresenius Medical Care und der zweitgrößte Anbieter – DaVita – versorgen zusammen über 70 % aller Patienten. Im Jahr 2013 hat Fresenius Medical Care seine marktführende Position behauptet, und etwa 37 % der Dialysepatienten in den USA behandelt. Außerhalb der USA ist der Markt für Dialysedienstleistungen äußerst fragmentiert. Hier konkurriert Fresenius Medical Care insbesondere mit unabhängigen Einzelkliniken und solchen, die Krankenhäusern angegliedert sind.

Die Zahl der Peritonealdialysepatienten betrug im Jahr 2013 weltweit rund 269.000. Fresenius Medical Care hat gemessen am Umsatz einen Marktanteil von rund 21 % und ist nach Baxter weltweit die Nummer zwei in diesem Markt. In den USA belief sich unser Marktanteil auf 42 %.

Dialyseprodukte

Im Dialyseproduktgeschäft ist Fresenius Medical Care mit einem Marktanteil von rund 34 % gemessen am Umsatz weltweit das führende Unternehmen, gefolgt von Baxter mit 30 %. Die Anteile der übrigen, mehrheitlich japanischen Anbieter liegen jeweils im einstelligen Prozentbereich.

Dialysatoren bilden die größte Produktgruppe. Das weltweite Absatzvolumen belief sich im Jahr 2013 auf rund 250 Millionen Stück. Davon hat Fresenius Medical Care rund 106 Millionen Stück produziert.

Ein noch besseres Bild ergibt sich bei Hämodialysegeräten: Von den mehr als 80.000 verkauften Geräten stammen rund 55 % von Fresenius Medical Care. In den USA kommen mehr als 94 % der Dialysegeräte, die dorthin verkauft wurden, von Fresenius Medical Care. Im Jahr 2013 war China nach den USA unser zweitgrößter Absatzmarkt für neu verkaufte Hämodialysegeräte. Wir haben dorthin rund 6.800 Stück geliefert. Mittlerweile stammt fast die Hälfte der Geräte, die in China eingesetzt werden, von Fresenius Medical Care.

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