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Branchenspezifische Rahmenbedingungen

Der Gesundheitssektor zählt zu den weltweit bedeutendsten Wirtschaftszweigen. Verglichen mit anderen Branchen ist er weitgehend unabhängig von konjunkturellen Schwankungen und konnte auch in den letzten Jahren überdurchschnittlich wachsen.

Wesentliche Wachstumsfaktoren sind

  • der zunehmende Bedarf an medizinischer Behandlung, den eine alternde Gesellschaft mit sich bringt,
  • die wachsende Zahl chronisch kranker und multimorbider Patienten,
  • die steigende Nachfrage nach innovativen Produkten und Therapien,
  • der medizintechnische Fortschritt,
  • das zunehmende Gesundheitsbewusstsein, das zu einem steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen und -einrichtungen führt.

In den Schwellenländern sind die Wachstumstreiber darüber hinaus

  • stetig zunehmende Zugangsmöglichkeiten und steigende Nachfrage nach medizinischer Basisversorgung sowie
  • steigendes Volkseinkommen und damit höhere Ausgaben im Gesundheitssektor.

Zugleich erhöhen sich die Kosten für Gesundheitsversorgung. Ihr Anteil am Volkseinkommen wächst stetig. Insgesamt gaben die OECD-Länder im Jahr 2011 im Durchschnitt 9,3 % ihres BIP oder 3.339  US$ pro Kopf an Gesundheitsleistungen aus. Die höchsten Ausgaben pro Kopf verzeichneten wie in den Vorjahren die USA (8.508 US$). Deutschland belegt mit 4.495 US$ den neunten Rang im OECD-Ländervergleich. Anders als einige europäische Länder, deren Gesundheitsausgaben zum Teil deutlich zurückgegangen sind, verzeichnete Deutschland in den letzten Jahren durchgehend positive Wachstumsraten. Im Jahr 2011 erhöhten sich die Ausgaben in Deutschland gegenüber dem Vorjahr real um 1,1 %.

ANTEIL DER GESUNDHEITSAUSGABEN AM BIP


in %20112000199019801970
USA17,713,712,49,07,1
Frankreich11,610,18,47,05,4
Deutschland11,310,48,38,46,0
Schweiz11,09,98,07,25,3

in %20112000199019801970
USA17,713,712,49,07,1
Frankreich11,610,18,47,05,4
Deutschland11,310,48,38,46,0
Schweiz11,09,98,07,25,3

Die Gesundheitsausgaben der OECD-Länder wurden im Jahr 2011 durchschnittlich zu 72,2 % aus öffentlichen Mitteln finanziert. Ausnahmen bildeten Chile, die USA und Mexiko, wo der Anteil des öffentlichen Sektors unter 50 % lag. In Deutschland lag der staatliche Anteil bei 76,5 %.

Die Lebenserwartung hat sich in den meisten OECD-Staaten in den letzten Jahrzehnten dank besserer Lebensbedingungen, intensiverer Gesundheitsvorsorge sowie durch Fortschritte bei der medizinischen Versorgung erhöht. Im Jahr 2011 betrug sie im Durchschnitt 80,1 Jahre.

Um die stetig steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen zu begrenzen, werden zunehmend die Versorgungsstrukturen überprüft und Kostensenkungspotenziale identifiziert. Doch Rationalisierungen allein reichen nicht aus, um den Kostendruck zu kompensieren. Verstärkt schaffen marktwirtschaftliche Elemente Anreize, im Gesundheitswesen kosten- und qualitätsbewusst zu handeln. Gerade durch eine verbesserte Qualität lassen sich die Behandlungskosten insgesamt reduzieren. Darüber hinaus gewinnen Vorsorgeprogramme ebenso an Bedeutung wie innovative Vergütungsmodelle, die an die Behandlungsqualität geknüpft sind.

Unsere wichtigsten Märkte haben sich wie folgt entwickelt.



Quellen: OECD-Gesundheitsdaten 2013; Banken-Research
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